housedoll bei Workbox: Ein Business zwischen Intimität, Technologie und neuen Ideen

housedoll verbindet Real Dolls, KI und Robotik mit einer besonderen Geschäftsidee. Wie das Unternehmen bei Workbox Berlin seinen Platz gefunden hat.

Es gibt Geschäftsideen, bei denen sofort jeder versteht, worum es geht. Und es gibt solche, bei denen man doch noch einmal nachfragen muss. Housedoll gehört ziemlich eindeutig zur zweiten Kategorie.

Das Unternehmen der Brüder Salvadore-Hugo und Wilhelm-Rafael Garth beschäftigt sich mit einem Thema, das für viele Menschen noch immer mit Berührungsängsten verbunden ist: Realitätsnahen Liebespuppen, sogenannten Real Dolls, und der technologischen Entwicklung rund um KI und Robotik. Was vor sechs Jahren mit einer Idee begann, ist inzwischen zu einem spezialisierten Unternehmen in einem wachsenden Markt geworden. Und ein Teil dieser Geschichte spielt sich heute bei Workbox ab.

Eine Geschäftsidee, über die nicht jeder spricht

Der Ausgangspunkt für housedoll war eine Frage, die weit über das eigentliche Produkt hinausgeht: Wie können Menschen Zugang zu Nähe und Sexualität finden, denen dieser aus unterschiedlichen Gründen schwerfällt? "Sexualität und Intimität sind Sachen, die jedem zugänglich sein sollten", sagt Wilhelm-Rafael Garth. 

Die modernen Sexpuppen kombinieren hochwertige Technik mit lebensechtem Design.

Dabei richtet housedoll seinen Blick unter anderem auf Menschen, für die soziale Kontakte mit besonderen Hürden verbunden sind oder die mit Einsamkeit leben. housedoll versteht seine Produkte deshalb nicht ausschließlich als Sexspielzeug, sondern spricht von einem modernen und geschützten Zugang zu Intimität. Dass dieser Ansatz Diskussionen auslösen kann, gehört zum Geschäftsmodell beinahe zwangsläufig dazu. housedoll bewegt sich in einem Bereich, in dem technologische Möglichkeiten, gesellschaftliche Vorstellungen und ethische Fragen unmittelbar aufeinandertreffen.

Von der Real Doll bis zu KI und Robotik

Technisch hat sich in diesem Markt in den vergangenen Jahren einiges verändert. housedoll arbeitet mit verschiedenen internationalen Herstellern zusammen und vertreibt sowohl fertige als auch individuell konfigurierbare Modelle. Materialien, Körpermerkmale und weitere Eigenschaften können je nach Modell angepasst werden. Hinzu kommen technische Entwicklungen wie Sensorik, Wärmefunktionen und erste KI-Anwendungen. Bei einigen Modellen können beispielsweise Module integriert werden, die eine sprachliche Interaktion ermöglichen.

Gerade diese Verbindung von physischem Produkt und künstlicher Intelligenz macht für housedoll einen wichtigen Teil der zukünftigen Entwicklung aus. Das Unternehmen sieht sich deshalb nicht nur als Händler, sondern beschäftigt sich zunehmend mit der Frage, wie sich sogenannte intime Begleitsysteme durch Robotik und KI weiterentwickeln könnten.

Gleichzeitig setzt housedoll nach eigenen Angaben klare Grenzen. So sollen ausschließlich erwachsene Charaktere angeboten werden; Modelle mit kindlich wirkenden Merkmalen schließt housedoll aus. Auch Nachbildungen realer Personen sollen nur mit deren ausdrücklicher Zustimmung möglich sein.

Ein Business, das Diskretion braucht

Ein Unternehmen in diesem Markt bringt Anforderungen mit sich, die bei anderen Geschäftsmodellen vielleicht weniger offensichtlich sind. Dazu gehört vor allem Diskretion. housedoll legt Wert auf neutrale Verpackungen und einen möglichst unauffälligen Versand. Gleichzeitig müssen Produkte gelagert, Bestellungen bearbeitet und logistische Abläufe organisiert werden.

Und natürlich gibt es hinter einem solchen Onlineshop auch einen ganz normalen Unternehmensalltag: Schreibtischarbeit, Kund:innenkommunikation, Logistik, Wachstum und jede Menge Kaffee. Als housedoll nach einem geeigneten Standort suchte, ging es deshalb vor allem darum, diese unterschiedlichen Anforderungen möglichst unkompliziert miteinander zu verbinden. "Wo können wir uns ohne großen Aufwand repräsentativ unterbringen? Wo haben wir die notwendige Infrastruktur und auch den guten Kaffee, sodass wir dort schnell und effizient wachsen können?", beschreibt Wilhelm-Rafael die damalige Suche. Die Antwort darauf war Workbox.

Mehr als vier Wände

Für die Brüder ist allerdings noch etwas anderes wichtig: das Umfeld. Denn obwohl housedoll mit einem eher außergewöhnlichen Produkt arbeitet, unterscheidet sich eine Erfahrung kaum von der vieler anderer Selbstständiger und Unternehmen: Wer an seinem eigenen Business arbeitet, arbeitet schnell ziemlich viel allein.

Bei Workbox trifft housedoll dagegen auf andere Unternehmen direkt nebenan. "Mit meinen Nachbarn spreche ich fast jedes Mal, wenn ich in der Workbox selber arbeite. Das heißt, dieses Netzwerk ist unglaublich stark", erzählt Salvadore-Hugo Garth. Dazu komme die Atmosphäre und der persönliche Kontakt zum Workbox-Team.

Genau darin liegt ein Gedanke, der ziemlich gut zu Workbox passt: Unternehmen müssen nicht ähnlich sein, damit sie voneinander profitieren können. In einer Box entsteht vielleicht Mode. In der nächsten werden Podcasts aufgenommen, Produkte gelagert oder Dienstleistungen entwickelt. Und hinter einer anderen Tür beschäftigt sich ein Unternehmen mit der Frage, wie Technologie und menschliche Nähe künftig zusammenspielen könnten.

Platz für Geschäftsideen, die nicht in eine Schublade passen

Ob man die Vision von housedoll teilt oder dem Thema zunächst mit Skepsis begegnet: Die Geschichte zeigt, wie unterschiedlich Unternehmertum aussehen kann. Eine Geschäftsidee muss nicht für alle sein. Sie muss die Menschen erreichen, für die sie gedacht ist.

Für housedoll bedeutet das, in einem Markt zu arbeiten, der sich technologisch schnell verändert und gleichzeitig gesellschaftliche Fragen aufwirft. Für housedoll begann dieser Weg vor sechs Jahren mit einer Idee. Heute hat diese Idee bei Workbox ihren Platz gefunden. Und genau dafür sind unsere Boxen schließlich da.

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